Ecuador - Chile

Ein Leben in Südamerika

06August
2013

2.-4. Woche in Ecuador (Regenwald)

 

Der erste Tag im Regenwald

Nachdem ich nun eine Woche in der Hauptstadt Quito verbracht hatte sollte es Montag nun in die Stadt Puyo gehen, welche im Südosten von Ecuador liegt. Nach 6 stündiger Fahrt kam ich endlich in der Hauptstadt der Region Pasteza an, welche im ecuadorianischen Regenwald liegt und deutlich weniger touristische Sehenswürdigkeiten zu bieten hat als Quito. Die Busfahrt an sich lief ohne weitere Ereignisse ab, außer dass ich mich getraut habe Chips, welche in kleine Plastiktüten verpackt sind und von "Fliegenden Händlern" verkauft werden, zu probieren. Fazit: Die Besten, die man in Ecuador bekommen kann. Chips im Supermarkt kaufen endet nämlich meist mit einer Enttäuschung. Entweder sie schmecken wiederlich oder es sind in der riesen Tüte so wenig, dass man schon beim Öffnen bereut Geld dafür ausgegeben zu haben. Nungut. Wie gesagt kam ich nach 6 Stunden um ca 15 Uhr in Puyo an. Von dort aus sollte ich ein Taxi zur Tierauffangstation "Paseo los Monos" nehmen, welche ca 20 min entfernt liegt. Taxis gab es haufenweise. Die meisten Fahrer meinten allerdings grade Pause zu machen oder waren einfach zu bequem sich jetzt in das auf 70° aufgeheizte Auto zu setzen und durch die Gegend zu fahren. Als ich dann nach gefühlten 2 Stunden endlich einen Taxista finden konnte, der motiviert und mit verstohlenem Blick auf mein Geldbeutel, sich bereit erklärte mich zur Station zu fahren. Ca 15 min Autofahrt auf ashapltierter Straße, dan ging es auf steinigen Dschungelwegen weiter. An dieser Stelle ein Lob an das gut gefederte Auto und den Taxifahrer der ohne Rücksicht durch die tiefsten Löcher und über die größten Steine rasste... Ich habe heute noch Rückenschmerzen. Um 16:30 dürfte ich angekommen sein. Herzlich begrüßt von Lionel, dem einheimischen Quechua-Mann. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch 7 weitere Volunteers in der Station. 3 Amis, 3 Franzosen und einen Schweizer(welcher sich gottseidank seinen Dialekt verkniffen hat). Nach Besichtigung meines 5 Sterne Zimmers, welches ich mir mit 5 weiteren Leuten teilen muss, ging es raus für eine kurze Einführung in die zukünftige "Arbeit". Nunja, Arbeit besteht hier aus Kaffee trinken, quatschen und bisschen mit den Affen kuscheln. Am Abend lernte ich Ivan kennen, den Koordinator hier. Seit 12 Jahren lebt dieser hier und man das hat das Gefühl er spricht von jeder Sprache etwas, aber keine so richtig. Das Timing meiner Ankunft hatte genau gepasst, denn am Abend wurde ausnahmsweise mal Pizza bestellt und es gab Wein. Yeah! Zusammen mit den Amis und dem Schweizer wurde also bis tief in die Nacht Karten gespielt, Wein getrunken und gelacht. Gelungener erster Abend! Innerhalb der nächsten Woche lernte ich schnell, dass es hier wirklich nicht allzuviel zu tun gibt. Frühstücken mit den Primaten und danach die Affen füttern. Tagesablauf. Danach die Woche wurde es eindeutig abwechslungsreicher. Die Amis und der Schweizer sind abgereist und Carolina kam von einer Reise zurück. Sie ist die ca 25 Jahre jüngere, ecuadorianische Freundin von Ivan(52).

 

Fundación Paseo los Monos con Lionel (mit dem einheimischen Quechua-Mann)

 

Chorongo y yo (Wollaffe und Ich)

 

El Capuchino Charlie y un Saimiri (auf meinem Schoss)

 

Ayahuasca Ritual

An einem Nachmittag der zweiten Woche besuchte uns ein Schaman, welcher uns zu einem Ayahuasca Ritual einlud. Anfangs skeptisch ließ ich mich dann doch abends vom "leicht" alkoholisierten Ivan überzeugen daran teilzunehmen. Die letzten 3-4 Stunden wurden in einem großen Topf ( Hexenkessel trifft es hier absolut!!!) aus Blättern und Wurzeln Ayahuasca gebraut. Mit leerem Magen ging es dann los. Laut Ivan sollte man sich nur etwas erleichtert fühlen. In nüchternem Zustand hätte er dies wohl nicht behauptet. Die Paar die mitmachten nahmen alle ein Glas des Getränks. Schmeckt übrigens herrlich nach einer Mischung aus Scheiße und Sand. Alle die nicht teilnahmen wurden in das obere Stockwerk verbannt und wir ließen uns im "Wohnzimmer" auf Matratzen nieder. In der Mitte eine Schüssel zum Kotzen. Dass es normal ist, dass man sich nach Einnahme übergeben muss wurde mir natürlich erst zuspät gesagt. Das Licht wurde ausgemacht und wir saßen im dunkeln, versuchten uns zu entspannen und warteten auf die Wirkung. Nach ca 20 Minuten merkte ich langsam wie mir heiß wurde und ich meine Umgebung immer weniger wahrnahm. Dieser Zustand ist vergleichbar mit dem von Alkoholkonsum. Man konnte spüren wie das Getränk sich langsam dem Magen näherte um dort sein Unheil zu treiben. Dort angekommen sackte man schlagartig in sich zusammen und nahm nichts mehr von der Umwelt war. Die erste Phase des Rituals begann! Im Schneidersitz nach vorne gebeugt zeigte das Getränk, welches übrigens von Einheimischen Völkern im Regenwald dazu benutzt wird in eine andere Welt zu treten und mit Toten zu sprechen, seine Wirkung. Diese ca 10 Minuten wo das Getränk in meinem Magen war gehören definitiv zu den schlimmsten meines Lebens. Das Gefühl seinen Körper zu verlassen und tatsächlich in eine andere Welt zu treten ist unbeschreiblich und mit keinem Alkohol- oder anderem Drogenkonsum vergleichbar. Auf meinen leeren Magen wirkte es natürlich doppelt so stark. Ich hatte keinerlei Kontrolle über meinen Körper oder meine Sinne. Ich konnte nur sehen und versuchen zu verstehen was ich sah. Es ist schwer das Gefühl zu beschreiben, aber man hat tatsächlich den Anschein als würde man seinen Körper in Form der Seele verlassen und in eine andere Welt übertreten. In diesem Zeitraum, der ca 5 Minuten dauert, ist man absolut blind und selbst ein Schlag auf den Körper hätte man nicht gespürt. Was natürlich nicht heißt, dass man zu diesem Zeitpunkt kein Schmerzempfinden hat. Man fühlt sich so als wäre man brutal aus seiem Körper gerissen worden. In diesem Moment geht einem nur ein wirklich klarer Gedanke durch den Kopf. "Du bist gerade gestorben". Warum es genau dieser Gedanke ist weiß ich nicht, aber auch von anderen hörte ich, dass es das ist was einem sein Unterbewusstsein in diesem Moment sagt. Nachden 5 Minuten beginnt die zweite Phase des "Vollrausches", welche absolut gegensätzlich ist. Man hat das Gefühl noch schmerzhafter in seinen Körper zurückzukehern, allerdings tiefer als einem lieb ist. Keine Schmerzen die ich je hatte sind damit vergleichbar. Hätte ich in diesem Moment kontrolle über meine Körperteile gehabt hätte ich wohl das ganze Haus zusammen geschrien. Die Seele die nun im Inneren angekommen ist lässt weitere Sinneseindrücke entstehen. Es ist als würde ein kleines Selbst in den eigenen Körper gehen und dort Sachen wieder finden, die man schon lange vergessen hat, oder auch Sachen die man nie richtig wahr genommen hat. Man spürt, dass man nach vorne gebeugt da sitzt. Unfähig sich zu bewegen. In diesem Moment teilte mein Magen mir dann mit, dass das Getränk ihn völlig gereinig hat, und er sich nun gerne davon verabschieden würde. Wie ich es geschafft habe die Schüssel zu mir zu bekommen weiß ich nicht wirklich. Sobald sich mein Magen geleert hatte ging es in die nächste Phase des Rituals, die wohl längste und für die einheimischen Völker die Wichtigste. Man nimmt seinen Körper wieder wahr, sieht im schwachen Mondlicht das Zimmer. Die letzten Minuten dieses 10 mintütigen "Totseins", sind mit Abstand die schmerzhaftesten und grauenhaftesten Minuten meines Lebens gewesen. "Totsein" ist hier wirklich die beste Beschreibung, da auch Atmung und Herzschlag laut Schamane in dieser Zeit aussetzen kann. In diesem Moment denkt man einfach nur, dass nun alles zu Ende ist und man niemehr in die richtige Welt zurücktreten kann. Dieses Gefühl beschreibt den Moment wo der Geist oder die Seele in den Körper zurückzukehren versucht und es schlussendlich schafft(der Moment des Erbrechens). Danach ist man wieder etwas klarer im Kopf und man soll in dieser nächsten Phase nun die Möglichkeit haben mit Geistern bzw. Verstorbenen zu reden. Ich hielt diese Behauptung vorher für ziemlichen Quatsch, welcher nur mit einer großen Menge Einbildung funktioniert. Die Dinge die ich aber nun sah wirkten aber tatsächlich real und man hatte auch nicht das Gefühl, dass es irgendwelche Hirngespinste sein könnten. Klingt vielleicht ziemlich kitschig, aber tatsächlich habe ich Gestalten, Gesichter und Farbspiele gesehen, welche einem einfach nur Angst machen. Als auch Lionel diesen Zustand erreichte begann dieser in seiner Muttersprache Quechua zu singen. Mit dem Gesang begannen weitere Visonen. Schatten die an den Wänden entlang huschten, verstümmelte Tiergesichter und Flammen, die aus dem Nichts zu kommen schienen. Kein Vergleich zu den schlimmsten Horrorfilmen. Man fühlte sich jedoch körperlich besser, fast sogar zufrieden. Da diese Phase deutlich länger andauert hat man gezwungenermaßen die Möglichkeit die Umrisse im Zimmer genauer wahrzunehmen. Gestalten die gegen die Fenster schlugen. Der Boden, welcher sich immer wieder öffenete und einem kalte Hände entgegenstreckte. Das Schmerzempfinden fällt in dieser Phase zunehmend weg. Man hätte sich den Arm abschneiden können und wohl nichts davon gemerkt. Zumindest keine Schmerzen verspürt. An dieser Stelle ist vielleicht noch ein seltsames Ereigniss zu nennen. In dieser Phase verirrte sich nämlich eine Maus oder ähnliches in unser Zimmer und sprang erst durch die Kotzschüssel und dann zwischen uns herum. Bei Berührung mit dem Tier(was auch immer es nun war) hatte man für den Bruchteil einer Sekunde das Gefühl aus den Augen des Tiers zu sehen. Als wäre man selbst kurz ein Teil dessen Körpers... Erschreckend wenn man selbst Teil einer Horrorgeschichte ist, die man sonst nur in Büchern ließt...

Nach gefühlten 5 Stunden ließ die Wirkung langsam nach. Man wurde etwas klarer im Kopf und konnte zunehmend erkennen, wie schlecht es den anderen Personen ging, die zum Teil noch tief in einer der Phasen steckten. Natürlich sollte die Wirkung noch die ganze Nacht anhalten, aber zumindest war man in der Lage nun zum kotzen auf Toilette zu gehen, wie es alle nun taten. Zumindest die, die sich bewegen konnten und es schafften die 2 Stufen der Treppe hoch zu kriechen. Zu den Erfolgreichen zählte z.B. Carolina. Dass Alkohol und Ayahuasca nicht so gut zusammen passten zeigte sich bei Ivan, der nicht mehr in der Lage war sich in irgendeinerweise zu verständigen oder zu bewegen.. Lionel hingegen ging es "super". Folge war, dass er meinte ohne Führerschein und jegliche Kenntnisse mit unserem Mini-LKW loszufahren. Nach einigen Stunden keherte er dann zurück. Zu diesem Zeitpunkt gehörte ich zu den wenigen, die wieder einigermaßen klar denken konnten. Lionel war natürlich im Drogenrausch in ein Taxi reingefahren, dessen Fahrer umgehend die Polizei gerufen hatte. Zwar ist der Konsum von Ayahuasca hier illegal, aber es gibt keine Möglichkeiten es nachzuprüfen. Somit hatte Lionel nochmal Glück gehabt und darf weiter unter uns weilen und seine Zeit nicht im Knast absitzen. Nun folgt eine Zeit an die ich mich kaum erinnere. Sekunden machten den Anschein als würden sie Stunden dauern. Ich weiß nur noch, dass ich einem anderen Ayahuasca-Opfer auf der Toilette Gesellschaft leistete. Das Erwachsene Menschen, die tagsüber ganz normal wirkten, nun im Drogenrausch auf Toilette hingen und das Teufelszeug auskotzen erschreckte einen schon ziemlich. Denn die einzigen Personen die den Abend "nüchtern" geblieben waren, waren jüngere Volunteers die im Ernstfall wohl eh nichts hätten machen können. Ich muss allerdings zugeben, dass ich mich in dieser letzten Phase des Rausches wirklich sehr gut fühlte. Sorgen und Probleme schienen sich mit dem Gebräu zusammen vom Körper verabschiedet zu haben. Diese Sorglosigkeit hielt Tagelang an, als die Wirkung schon längst verflogen war. Es hieß anfangs, dass es den Körper reinigen würde. Und das hat es in der Tat! Nie habe ich mich besser Gefühlt als die Zeit nach Phase 2. Das konnten allerdings nicht alle Personen von sich behaupten. Bei einigen schien Ayahuasca nicht so wie geplant abzulaufen. Der Fehler war hier, dass sie sich gegen die Rauschzustände und vorallem gegen das Erbrechen versuchten zu wehren. Was natürlich dazu führte, dass sie Phase 3 ausließen und die Wirklichkeit zurückkehrten. Inklusive Schmerzen und allem was Ayahuasca normal aus dir rausspülen sollte. Einfach nur gruselig soetwas mitanzusehen.

Im Nachhinein bin ich wirklich froh diese Erfahrung gemacht zu haben. An einem Einheimischenritual teilgenommen zu haben kann wohl kaum jemand aus Deutschland von sich behaupten. Das Ayahuasca-Getränk was wir benutzten ist übrigens wesentlich stärker als das in anderen Südamerkanischen Ländern, da man in Ecuador andere Pflanzen benutzt(für dessen Besitz man in Deutschland schon in den Bau wandern würde). Am folgenden Tag, nachdem ich froh war dass Ivan es überlebt hat, erfuhr ich dann, dass Ayahuasca schon einige in Phase 1 festgehalten hatte. Psychische Störungen oder gar der Tod sind die Folge davon. Unter die Freude die Erfahung machen zu dürften mischte sich auch langsam die Erleichterung noch zu leben. Hätte ich vorher gewusst was ich da nehme, hätte ich es wohl nicht gemacht. An dieser Stelle vielen Dank an Ivan und seinen Freund Rum, die mir durch den schlechten Englisch-Spanische Mischmasch diese Erfahung ermöglicht haben. Und auch vielen Dank an Lionel, dessen Quechua Gesang mit Abstand zu dem Schönsten zählt, was ich je gehört habe!

 

Preparación de Ayahuasca ( Zubereitung)

 

La bebida lista (Der Rest des Getränks)

 

 

Die nächsten Wochen im Regenwald

Neben den Volunteers die über eine Organisation in unser Projekt kommen gab es auch einige die sich privat dieser Herausforderung stellen wollten. Vielleicht lässt die Tatsache, dass diese alle nach nur wenigen Stunden wieder abgereist sind, erahnen mit welchen Umständen man hier zu kämpfen hat. Selten warmes Wasser. Hin und wieder gar kein Wasser bzw. Strom. Alle Zimmer haben fehlende Fensterscheiben oder ähnliches, was bei Spinnen, Kakerlaken, Motten und anderem Krabbelgetier natürlich sehr willkommen ist. Während ich mich in Deutschland wohl schon über eine kleine Spinne in meinem Schlafzimmer aufgeregt hätte, ist man hier zufrieden wenn die Besucher eine Größe von 15 cm nicht überschreiten. Das Essen wurde meist von Lionels Schwester Judith gekocht, die ein ziemlich schlechtes Gefühl dafür hat die richtige Menge einzuschätzen. So saßen wir beispielsweise mit 8 Leuten vor einer kleinen Schüssel Reis und ein paar Bohnen, die man locker hätte alleine Essen können ohne satt zu werden. Die Hauptaufgabe der nächsten Wochen war es wohl einen auf Touristenführer zu machen. Da ich die einzige Person hier bin, die sich in 4 Sprachen mehr oder weniger fließend verständigen kann, war verständlich dass auch ich mich dieser Aufgabe widmen musste. Aber gut. So hatte ich wenigstens Zeit mit den Leuten zu reden und sich teils spannende Geschichten anzuhören. So vergingen die nächsten Wochen relativ schnell. Samstag morgen um 1:30 sollte es dann mit einem Bus zurück nach Quito gehen. Allerdings hatte mein Taxifahrer verpennt und somit musste ich den nächsten Bus um 2:00 nehmen. Als wäre das nicht schon genug Zeitverzögerung standen wir dann auch noch mehrere Stunden auf einer Andenstraße im Stau. Vor uns war irgendwo ein Stück Berg auf die Straße gekracht und hatte mehrere Autos unter sich begraben. Danke an den Taxifahrer, sonst wäre ich womöglich darunter gelandet. Um 8 Uhr war ich dann endlich in Quito und wurde von Pamela erwartet die mich in mein (grauenhaftes) Hotel fuhr. Am nächsten Tag sollte es nun weiter nach Santiago gehen...

 

El Coatí Pedro (Handaufgezogener Baby-Nasenbär)

 

Pedro está durmiendo (Pedro auf meinem Schoss)

 

Una araña pequeña ( Eine "kleine" Spinne")

 

Cena (Abendessen)

 

 

Ausflüge

Viele touristische Atraktionen hat Puyo eindeutig nicht zu bieten. Während man in der Stadt selbst nicht mal auf ein Restaurant oder etwas ähnliches trifft, gibt es außerhalb dennoch einige schöne Örtchen. Und auch die Pflanzen- und Tierwelt ist so wie man sie sie sich den Tropen vorstellt. Einfach unglaublich schön und beeindruckend! :)

 

La Casa del Árbol con 11 Pisos ( Baumhaus mit 11 Stockwerken)

 

Vista de la Casa del Árbol (Aussicht)

 

Nächste Woche melde ich mich aus Chile.

Bis dann

15Juli
2013

1. Woche Ecuador

Hey Leute
Wie versprochen gibts nach der erste Woche in Ecuador einen ausführlichen Bericht.
 
Flug
Wie geplant bin ich am Samstag Abend um ca. 23:00 Uhr Ortszeit in Ecuador gelandet. Der Flug hatte einiges an Unannehmlichkeiten parat. Bereits in Frankfurt ging es los. Der geplante Flug von Frankfurt nach San Juan/Puerto Rico hatte gleich mal 3 Stunden verspätung. Das sorgte natürlich dafür, dass es mit dem Anschlussflug schon ziemlich knapp wurde. Ich landete nach einem ruhigen Flug also irgendwann am späten Nachmittag in San Juan. Ich hatte noch 1 Stunde bis zum Anschlussflug nach Panama. Was mir an dieser Stelle allerdings von Condort falsch mitgeteilt wurde war, dass meine Koffer automatisch in den nächsten Flieger gebracht wurden. Auch die Beamten vor Ort wussten davon natürlich nichts. Nach einer halben Stunde vergeblicher Suche kam dann doch noch ein Condor-Mitarbeiter und entschuldigte sich für die Fehlinfo. Toll. Da Puerto Rico zu den USA gehört musste ich natürlich auch noch durch den Zoll. Hier kam das nächste Problem. Die zuständigen Beamten hatten natürlich vergessen meinen ESTA Antrag erneut weiterzuleiten. Daher: Einreise verboten! Nach mehreren Anrufen des Zollbeamten und ein wenig rumgeschleime durfte ich dann doch passieren. An dieser Stellen: Vielen Dank an das Kerlchen in Grün! Mir blieben noch ein paar Minuten zum Abflug. Da ich erneut auf Waffen etc. kontrolliert wurde, und die Beamten auch noch mein Tablet auf Sprengstoff kontrollieren wollten kam ich gefühlte 30 Sekunden vor Abflug an. Glück gehabt. Jetzt hieß es erstmal im Flugzeug anziehen, da die Beamten vom Zoll natürlich Schuhe, Gürtel etc. einzel kontrollieren wollten. Nunja. Auf dem Flug nach Panama gab es dann lecker südamerikanisches Essen. Was genau es war weiß ich nicht, aber zum Glück konnte ich feststellen, dass es schon tod war. Für das Umsteigen in Panama blieben mir dann 30 Minuten. Die Erinnerung an das letzte Umsteigen ließ mich das Essen dann nicht mehr ganz so gut verdauen. In Panama lief aber alles einwandfrei. Ich konnte direkt in den nächsten Flieger gehen und wir hoben ab. Ein paar Turbulenzen und einen äußerst gesprächigen Sitznachbar später (hat mich auf norwegisch zu gequatscht...) landeten wir dann in Quito. Dort wurde ich bereits von einem "besonders" motiviertem Ecuadorianer erwartet, der mich mit gefühlten 150km/h durch den Stadtverkehr in mein Apartment schlängelte. Froh den Flug und besonders die Autofahrt überlebt zu haben ging es dann ins Bettchen. Buenas Noches!

Die ersten Tage
Am Sonntag ging es dann mit einer Einführung in Quito weiter. Eine Mitarbeiterin der Sprachschule zeigte mir die wichtigsten Orte und an welchen Ecken das beste Zeug vertickt wird. Nein Spaß. Danach ging es ein paar Einkäufe machen. Die Supermärkte (Supermaxi) in Ecuador sind weltklasse! Sie sind mit den Deutschen vergleichbar, nur dass es viel mehr Auswahl gibt und alles viel frischer ist. Besonders das Gemüse und Obst kommt einem mutiert vor. Mit Salat aus dem Kühlregal (der übrigens frischer ist als der in Deutschland), Äpfeln  und ein paar 50cm Bananen ging es zurück zum Apartment. Ein bisschen chillen und mit den Mitbewohnern quatschen und der Tag war vorbei. Ich bin übrigens im "Mädchen"-Apartment gelandet. Warum? Keine Ahnung!
 
Sprachschule
Montag ging dann die Sprachschule los. Ich hatte natürlich das Glück und bekam den durchgeknalltesten und verrücktesten Lehrer der ganzen Schule. Die Einzelstunden bestanden hauptsächlich aus Smalltalk und Lachen. Mein Lehrer konnte natürlich kein Deutsch oder Englisch, konnte aber dafür  "Eisgekühler Bommerlunder" fließend singen. Mit Stolz kann ich auch behaupten, dass mein Lehrer Carlos nach dieser Woche nun sämtliche deutsche Beleidigungen kann. Dass "Gardinenstange" keine Beleidigung ist, habe ich im dann doch verschwiegen. Bereits nach kurzem konnte ich mich nahezu fließend mit ihm unterhalten und somit war der Unterricht richtig spannend. Die schwierigste Aufgabe der Woche bestand darin Carlos die Aussprache des Wortes "Bauchspeicheldrüse" beizubringen. Erfolgreich!
 
Nachtleben und Menschen
Das Nachtleben in Quito ist der Hammer. Während der gesamten Woche ging es kaum vor 2 Uhr ins Bett. Cocktails und Bier sind klasse. Aber vorallem der Weißwein  ist nicht zu übertreffen! Es gibt viele kleine Bars in den Seitengassen des Hauptplatzes (Plaza Foch), in denen man landesübliche Getränke findet und feierlustige Menschen der ganzen Welt. Hier macht es keinen Unterschied ob man 16 oder schon 30 ist. Fürs quatschen, tanzen und feiern ist hier jeder offen. Auch die Einheimischen hier sind ganz anders in Europa. Man kann hier imprinzip jeden einfach so anquatschen und ein bisschen Smalltalk führen. Jeder ist bereit etwas über die Kultur und sein Land zu erzählen.
 
Essen und Trinken
Wie schon erwähnt sind Qualität von Essen und Trinken im Supermarkt einfach spitze. Kein Vergleich zu Deutschland wo man verzweifelt Gänge suchen muss, indenen keine unmotivierten Verkäuferbestien lauern. Man sucht hier im Supermarkt etwas? Kein Problem. Die Verkäufer sind stets für einen da und führen einen zum gewünschten Produkt. Häufig auch mit Beratung ob Preis und Qualität gut sind. Ein Verkäufer in Deutschland hätte höchsten mal den Kopf mit einem kurzen Zucken in Richtung Produkt bewegt. Man findet im Supermaxi zudem alles mögliche an Früchten und Obst. Melonen so groß wie ein Autoreifen, Bananen mit denen man Golf spielen könnte und Sternfrüchte die auch locker am Himmel hängen könnten. Das Wasser hier ist ziemlich us-amerikanisch. Es wird hauptsächlich ohne Kohlensäure getrunken und schmeckt genauso wie in den USA.
 
 
Wetter und Verkehr
Das Wetter hier ist super. Tagsüber 25 Grad. Nachts 15 Grad. Dass es ab Mittag zunehmend bewölkt ist, stört überhaupt nicht. Ohne diese Wolken würde man wohl an Tag 2, aufgrund der Äquatorsonne,schon einem Grillhähnchen ähneln. Regen gabs bisher nicht. Der Verkehr hier ist ziemlich hektisch und durcheinander. Aber dennoch kommt es zu deutlich weniger Unfällen als in Deutschland. Hupen ist hier an der Tagesordnung und wird nicht nur als Warnzeichen verwendet, sondern auch als einfacher Gruß unter Bekannten oder als ein nettes "Hey, ich bin ein Taxi. Willst du mit? ". Taxifahrten sind hier sehr billig. Für 2-4 Dollar kommt man durch die ganze Stadt. Busse sind noch billiger. Ein Ticket für eine Fahrt durch die Stadt kostet 25 Cents. Eine 200 km Strecke(z.B. in den Norden nach Otavalo kostet 2 Dollar. Der beste Weg an einen Ort zu reisen ist also ein Bus in die nächst größere Stadt zu nehmen und sich von dort ein Taxi zu schnappen. So kann man das gesamte Land entdecken und der Geldbeutel bleibt angenehm schwer.
 
 
Ausflüge

Jardín Botanico (Botanischer Garten)


Miradores (Quito bei Nacht)


Volcán Pichincha (Blick vom Hausberg von Quito)
 
 
Mitad del Mundo (Mitte der Welt-Äquator)
 
Am Wochenende ging es dann in den Norden von Ecuador. Nach Otavalo. Diese Stadt ist bekannt für ihren Handwerksmarkt. Nachdem ich mich mit Alpaka-Ponchos und stylischen Hosen eingekleidet habe sollte es an die Laguna San Pablo gehen, die ungefähr 5 Km entfernt liegt. Jorge, ein Taxifahrer aus Otavalo, fuhr uns zu besagter Lagune. Da die Hauptstraße gesperrt war mussten wir durch ein Armenviertel fahren. Dieses Viertel der einheimischen zeigte deutlich den anderen Teil Ecuadors. Trotz einzigartiger Aussicht war das Dorf heruntergekommen und die Menschen einfach nur arm.
 
Laguna San Pablo


Jorge erklärte sich bereit uns den gesamten Abend noch herumzufahren und auch am nächsten Tag zu den weiter entfernten Orten. Er holte uns am Abend von der Lagune ab und brachte uns zum Hotel Otavalo (22 Dollar inkl. Frühstück). Am nächsten morgen war Jorge pünktlich um 10 Uhr vorm Hotel und fuhr uns den ganzen Tag herum. Zuerst ging es in den Parque Condor, wo es 3 der größten Vögel der Welt gibt. Jorge war natürlich mit von der Partie und wir redeten die gesamte Zeit über Ecuador, Menschen und alles was halt so anstand.
 
Parque Cóndor (Ein Condor)
 
Nach dem wir den Park durchquert hatten fuhr uns Jorge zur Haciena Pinsaquí, die wir laut ihm unbedingt besuchen sollten. Mit der Zeit klappte das Unterhalten immer besser und Jorge spazierte mit uns durch den beindruckenden Garten des Hacienda.
 
Hacienda Pinsaquí
 
Kurz danach ging es zum Dorf Cotacachi. Das kleine Dorf ist bekannt für seine Lederwaren. Ähnlich dem rießigen Markt in Otavalo (mehrere Fußballfelder) ist auch der kleine Markt in Cotacachi aufgebaut. Man traff sogar einige bekannte Gesichter wieder mit denen man schon am Samstag verhandelt hatte.
Danach ging es zum letzten Ziel, der Laguna Cuicocha. Dem "See der Liebe".  Ein beindruckender Bergsee zwischen mehreren Vulkanen und laut Jorge unendlich tief. In der Mitte des Sees gibt es zwei Inseln die dem See das gewisse etwas verleihen.

Laguna Cuicocha
  
Nachdem Fotos gemacht wurden kam Jorge auf einmal an und bat um ein Foto von mir und ihm vor seinem Taxi als Erinnerung für die Touren der letzten beiden Tage. Das zeigt wieder wie anders die Menschen hier doch sind.
 
 Jorge und Ich vor seinem Taxi
 
 
Auf der Rückfahrt zur Busstation in Otavalo frage ich Jorge beiläufig wie es mit Automieten in Puyo( Stadt im Regenwald wo ich ab morgen sein werde) aussieht. Überraschenderweise war Jorge auch hier in der Lage zu helfen. Ohne langes Überlegen rief er eine Freundin seiner Frau an, welche in Puyo lebt. Diese erklärte sich auch sofort bereit mir während der 3 Wochen in Puyo ein Auto zu leihen, falls wir eine Tagestour machen wollten. An dieser Stelle vielen vielen vielen Dank an Jorge für die extra billige Rundfahrt, die tollen Gespräche, die Parkbesuche und den Kontakt zu einer Person in Puyo!!!
Morgen geht es früh mit dem Bus los in die 6 Stunden entfernte Stadt Puyo. Ich melde mich in den folgenden Wochen wieder...

Grüße und bis bald :)
 
 
 
20Juni
2013

Noch 2 Wochen !

Wie versprochen hier noch ein paar aktuelle Infos:

Mein Visum liegt jetzt vor. Zum Erhalt des chilenischen Ausweises muss mich während der ersten 30 Tage in Chile bei der Policia Internacional in Santiago melden. Dort werden Fingerabdrücke usw. aufgenommen. Danach gehts weiter meinen chilenischen Führerschein abholen. Wo genau ich das machen muss? Keine Ahnung. Kann mir nicht mal die Botschaft sagen. Aber immerhin weiß ich, dass ich einen kriege. ;)

Auch ein bisschen Bargeld hab ich beantragt (150.000CLP). Das sind ungefähr 300 Euro. Sieht durch die knalligen Farben ziemlich stylisch aus. Bin mal gespannt wie schnell sich mein Kopf an das Umrechnen gewöhnt. Auch Dollar für Ecuador liegen vor mir. Die sind allerdings nicht auf dem Bild drauf, dürfte ja jeder wissen wie Dollar aussehen. :)

Sind jetzt noch 14 Tage und langsam muss ich ernsthaft meine Sachen zusammen legen und ans Packen denken...

Greetz Janik

 

14Juni
2013

Noch 3 Wochen !

Nachdem ich die letzten Wochen ziemlich mit Vorbereitungen beschäftigt war ist jetzt endlich nahezu alles erledigt. Alle Impfungen sind gemacht und auch der internationale Führerschein liegt vor mir. Nächste Woche Montag habe ich nun den Termin beim chilenischen Konsulat in Frankfurt um mein Visum ausgestellt zu bekommen und auch mein beantragtes Geld (Dollar und Peso) dürfte ich Montag abholen können. Das einzige was noch fehlt ist das Malaria Stand-By-Mittel. Dafür ist noch ein Anruf in die Tropenklinik Hamburg erforderlich um zu erfahren welches Mittel in der Region Puyo/Ecuador wirksam ist.

Ein Problem stellt sich aber: Wie bekommt man seinen ganzen Besitz in einen großen Koffer, einen kleinen Koffer und einen 80l Rucksack? Wird ziemlich eng, wenn man bedenkt dass meine Kameraausrüstung schon einen ganzen Koffer beanspruchen..

Nunja, dass wars erstmal mit aktuellen Infos. Ich melde mich Montag wieder (hoffentlich mit Visum).

Beste Grüße und ein schönes Wochenende wünsche ich euch! :)

 

Ps: Für alle die eine Postkarte (oder ein paar Gramm ... ne besser nicht) haben wollen, schreibt mir doch einfach über das Kontaktformular! :)

16April
2013

News 2

Nochmals ein kurzer Zwischenstand für euch:

Visum wurde genehmigt, muss nur noch auf Unterlagen aus Chile warten und diese nachreichen. Persönliches Gespräch mit dem Konsulat wird dann anfang Juni in Frankfurt sein. Impfungen sind nun auch endlich fertig. Einzig die 3. Tollwut-Impfung fehlt mir noch(2.5.'13). Somit ist fast alles erledigt. Allerdings musste ich feststellen, dass es ganz schön schwer ist sein ganzen Leben in drei kleine Koffer zu packen. Mal schauen wie ich das machen werde...

Nochmals ein Danke alle die meinen Blog verfolgen und Kommentare hinterlassen! :)

24März
2013

Visum etc.

Kurzer Zwischenstand:

Visa-Antrag ist endlich vollends eingereicht. Jetzt muss ich nur noch auf eine Antwort warten. Auch die Impfungen hab ich hinter mir. Einzig 3 Tollwutimpfungen fehlen mir noch. Werde damit nächste Woche anfangen. Mit der Malariaprophylaxe werde ich ca 2 Wochen vor Abflug anfangen. Habe mich für "Lariam" entschieden, das heisst: Nur einmal pro Woche Tablette schlucken anstatt jeden Tag und hoffen dass es trotzdem wirkt Zwinkernd

14März
2013

News

Die letzten paar Wochen bin ich mit meiner Vorbereitung auf Südamerika deutlich weiter gekommen. Nachdem ich nun Montag die Gelbfieberimpfung bekommen habe, bin ich auch was Impfungen angeht fast durch. Einzig Tollwut fehlt noch. Wird das wohl das Ziel für die nächste Woche sein. Auch die Adresse aus Südamerika ist eingetroffen. Werde kostenlos auf folgender Farm leben:

www.loscantarosdetambillos.cl

Als Gegenleistung für den kostenlosen Aufenthalt dort werde ich natürlich bissl mithelfen müssen. Aber das dürfte ja machbar sein Cool

Infos zur Farm/Region:

Die Farm liegt in der Region Coquimbo und somit im kleinen Norden. Damit bin ich noch relativ zentral und hab es nicht weit nach La Serena (weiße Sandstrände) und Santiago. Heißt trotz der zentralen Lage aber zum Glück nicht, dass es dadurch weniger warm ist. Die Farm (bzw. eher kleiner Zoo) liegt in einer Wüstenlandschaft, nahe der nördlichsten Weinanbaugebiete Chiles. Werde wohl aber nicht um ein Auto drum herum kommen. Temperaturen sind mit nordamerikanischen Städten wie z.B. San Diego vergleichbar.

Auch mein Aufenthaltsort in Ecuador steht nun fest. Die Tierauffangstation auf der ich arbeiten werde liegt nahe der Stadt Puyo, also mitten im Regenwald.

Hoffe ihr verfolgt meinen Blog weiterhin Zwinkernd

02März
2013

Führungszeugnis für Visaantrag✔

06Februar
2013

Weiterflug von Quito nach Santiago gebucht ✔

  • Hinflug nach Quito buchen✔
  • ESTA/TSA vorhanden✔
  • Weiterflug von Quito nach Santiago buchen✔
  • Impfungen
  • Malariaprophylaxe
  • Visum beantragen/erhalten
  • 1. Koffer nach Chile schicken
  • Flug bestätigen lassen

30Januar
2013

Flug Quito - Santiago

Nachdem endlich die Entscheidung auf den ersten Flug gefallen ist, gibt es das nächste Problem. Wie mir LAN freundlich mitteilte können sie leider keine Flugversicherungen für Europäer anbieten. Und die suche nach einem einem Deutschen Unternehmen, welches Flüge innerhalb Südamerika versichert gestaltet sich als äußerst schwierig..

Akutell hoffe ich darauf, dass "Explorer" mir das selbe Flugangebot macht und mir dazu eine Versicherung anbietet... Heißt wohl wieder: WARTEN!

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